Steigen die Temperaturen, leiden Frauen häufig stärker als Männer. Ein geschlechterspezifischer Blick auf heiße Sommertage.
Dass dieser Sommer heiß ist, ist kein subjektives Empfinden, sondern vielfach belegt, etwa durch die Zahlen von Geosphere Austria: Gab es im Zeitraum von 1961 bis 1990 im österreichischen Mittel zwischen fünf und elf Hitzetage pro Jahr – das sind Tage, an denen über 30 Grad gemessen werden –, waren es im Sommer 2025 ganze 24. Als Extrembeispiel gilt die Bundeshauptstadt. In Wien wurden in besonders heißen Jahren zuletzt bis zu 50 Hitzetage gezählt.
Hitze ist nicht nur ein Thema im Bereich Umwelt- und Klimaschutz, sondern hat auch einen gewichtigen Geschlechteraspekt. Frauen sind stärker von Hitze betroffen als Männer, und zwar auf mehreren Ebenen. Damit hat sich Sabine Ludwig, Direktorin des Instituts für Diversität in der Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck, viele Jahre befasst. Ihr Fokus lag dabei auf der Integration der Geschlechterperspektive in die betriebliche Gesundheitsförderung und somit auf dem Thema Arbeit und Gesundheit. Auch wenn die Geschlechterperspektive im aktuellen Bericht „Klimawandel und Gesundheit“ der Gesundheit Österreich GmbH noch nicht integriert ist, kann Frausein laut Ludwig ein Risikofaktor sein, wenn es um die Folgen des Klimawandels – allen voran die zunehmende Hitze – geht.
Risikofaktor Frausein
„Hitze hat unter anderem Auswirkungen auf unsere Organe und physiologischen Prozesse“, so Ludwig. Dabei gebe es Geschlechterunterschiede, etwa bei der Thermoregulation.
