Jene Bevölkerungsgruppe, die am ehesten bereit ist, ihr Verhalten zugunsten des Klimas zu verändern, sind Frauen, sagt Brigitte Ratzer. Woran es aber tatsächlich hapert, verrät sie im Interview.
Wie wirken sich die Folgen der Klimakrise auf die Österreicher:innen aus?
Kurz gesagt: massiv. Alle Extremwetterereignisse haben Auswirkungen auf unser individuelles Leben. Im städtischen Bereich ist der Anstieg der Hitzetage ein massives Problem. Die vulnerablen Gruppen sind ältere Personen – eine Gruppe, in der es deutlich mehr Frauen gibt. Auch Personen, die sozioökonomisch nicht gut gelagert sind und sich schlecht schützen können, sind zum größeren Teil Frauen. Im dicht bebauten urbanen Gebiet gibt es eben nicht immer die Möglichkeit, die Wohnung zu kühlen. So kumulieren die Probleme. Wer betreut ältere Menschen? Vorwiegend Frauen. In der Sorgearbeit steckt eine hohe Belastung, vor allem, wenn sie innerfamiliär geleistet wird. Es gab Statistiken, die erschreckende Zahlen zur Sterblichkeit durch Hitze zutage gebracht haben. So starben in Europa bei der großen Hitzewelle 2003 um 75 Prozent mehr Frauen als Männer gleichen Alters.
