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Fotos im Einsatz: kreativ oder skurril

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Personalisierte Kaffeetassen sind immer wieder eine willkommene Geschenksidee. Foto: Alexandra Grill

Das Bild der oder des Liebsten im Rahmen auf dem Schreibtisch scheint längst nicht mehr zu genügen: Eine Schneekugel mit integriertem Foto oder ein ganz persönlicher Tischkalender sollte es zumindest sein! Mauspad, Kaffeetasse (auch eigens für LinkshänderInnen), Fototapete, Kühlschrankmagnet, Bierkrug, Kochschürze, Notizbuch, Kuschelpolster in Herzform – alles das ist mit dem eigenen Wunschfoto verfügbar!

Kinderrucksack oder Schultertasche mit großflächigem Fotoaufdruck, personalisiertes Handycover (für sämtliche verschiedene Modelle), Schlüsselanhänger, Fotoglasuhr, Korkuntersetzer, Trinkflasche, Jahreskalender für die Küche oder zum Verschenken, Serviertablett, Flaschenetikett und ein Stoß Bierdeckel … Fotomemory, Freundschaftsarmband (mit Platz für sechs bis acht Minibilder!) ein selbst gemachtes Foto als Puzzle, der sogenannten Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Erzeugbar durch ein paar einfache Mausklicks (nach Gratissoftware-Download) und prompt bestellbar sind all diese Produkte (und noch einige mehr) bei vielen AnbieterInnen, man entkommt ihnen ohnehin kaum.

Fotos reparieren: wieder wie neu

Manchmal passiert es ganz klassisch: Auf dem Dachboden oder gar im feuchten Keller entdeckt man eine alte Schuhschachtel mit Bildern der Familie.

Das sind eigentliche Fotoschätze, die einmalige Momente wieder aufleben lassen oder auch (am liebsten in Schwarz-Weiß) die Erinnerungen der älteren Generation. Ein tolles Geschenk wäre das oder zumindest ein gutes Stück Familiengeschichte!

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Fotos: lebensfilm.de

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Die Reparatur alter Fotos ist durch die fortgeschrittene Digitalisierung kein Problem mehr.

Doch leider hat die Zeit bereits massive Spuren auf den Fotografien hinterlassen. Risse und Flecken stören den Schaugenuss, und oft sind die Fotopapiere stark nachgedunkelt oder vergilbt. Die origi­nalen Negative oder auch Diapositive sind nirgendwo zu finden.
Solche Fotografien lassen sich oft recht problemlos restaurieren und vergrößern. Professionelle Hilfe gibt es bei Photoshop-ExpertInnen. Einige Firmen bieten online (teils wesentlich kostengünstiger) die Restauration von beschädigten Positiven an.
Zum Beispiel unter: www.bilderklinik.at oder www.pixelaffair.at/fotorestauration

Wie sichert man am besten?

Seit es digitale Fotografie gibt, beschäftigt die Frage nach einer verlässlichen Datenarchivierung die Gemüter. Hier einige Tipps.

Digitale Fotos können von einer Sekunde auf die nächste verloren sein, wenn etwa die Trägermedien – meist integrierte Festplatten – nicht mehr funktionieren oder gebrannte DVDs unlesbar werden. Welche Strategien stehen heute zur Verfügung, um wertvolle Bilder langfristig zu bewahren? Einerseits gibt es verschiedene Speichertechnologien wie etwa Magnetbänder, Festplatten oder DVDs. Andererseits ist nach wie vor die Ausbelichtung auf Fotopapier eine Alternative. Fotografien auf Papier kann man immer ansehen und auch wieder via Scanning erneut digitalisieren.

GESPIEGELTE DATENTRÄGER
Nach der Bildauswahl sollten alle Bilder auf sogenannten „gespiegelten“ Festplatten gesichert werden. Das heißt: Die komplett identischen Ordner und die Fotodaten darin sind auf einer zweiten Festplatte nochmals abgelegt. Profis lagern solch eine externe Festplatte zur Sicherung sogar in einem anderen Gebäude.

Ein konsequent verfolgtes Ordnungssystem erleichtert das Wiederfinden eines Fotos. Chronologische Ordnung und sachbezogene Ordnertitel sind hilfreich. Für Fortgeschrittene empfiehlt sich, Fotos in mindestens zwei verschiedenen Datenformaten zu sichern. Originale im „Rohformat“ (RAW oder DNG) werden gespeichert und bearbeitete Bilder in Formaten wie TIFF oder JPEG. Denn es gibt keine Garantie, dass in 20 Jahren noch jeder Computer die Rohdatei eines Kameraherstellers lesen kann. „Im Idealfall sichert man große Datenmengen auf Magnetband“, rät der Fachmann Philipp Naderer. Solche Bänder sind im Vergleich ein mechanisch einfaches Medium und bei mangelhafter Lagerumgebung sicherer. Allerdings sind zwei synchronisierte externe Festplatten für die meisten PrivatfotografInnen ausreichend.

IN SCHEIBEN
Die Speicherung auf DVDs ist eine praktische und platzsparende Absicherung. Allerdings birgt diese Methode ein Risiko: Discs gehen relativ leicht kaputt. Wer seine Daten auf DVDs archiviert, sollte peinlich genau auf die Rohlingsorte achten. Billigware ist auch in diesem Bereich extrem anfällig für Defekte. Es sollten spezielle Archivrohlinge benutzt werden. Unseriös sind Herstellerversprechungen über eine hundertjährige Lebensdauer der Scheiben. So lange muss eine DVD allerdings ohnehin nicht halten, um zur Archivierung zu taugen. Denn man sollte in jedem Fall die Daten spätestens nach 10 bis 15 Jahren auf einen dann aktuellen Datenträger kopieren.

ExpertInnen bezweifeln sogar, dass es in der nahen Zukunft überhaupt noch Laufwerke für rotierende optische Datenträger geben wird. Regelmäßiges Umkopieren (auf die jeweils aktuellen Standardmedien) und Konvertieren in ein geeignetes Dateiformat bleibt professionellen FotografInnen keinesfalls erspart. „Eine allgemeingültige und optimale Lösung existiert nicht“, schließt Naderer. Es gilt also, für sich selbst die passende Strategie zu finden.