Am 23. April ging das Female Future Festival in Bregenz über die Bühne. Im Zentrum stand die Frage, wie Verbundenheit unter Frauen neue Wege eröffnet und gemeinsamen Erfolg möglich macht.
Wie wichtig verlässliche Beziehungen für berufliche Wege und persönliche Entwicklung sind, zeigt sich dort, wo Frauen einander bewusst begegnen. Genau hier setzt das Female Future Festival an: Es schafft Räume, in denen Austausch möglich wird und Verbindungen wachsen können. Aus diesem Grund stand die Veranstaltung am 23. April im Festspielhaus Bregenz unter dem Motto „The Power of Connection“. Denn obwohl wir ständig digital vernetzt sind, fühlen sich gerade viele junge Menschen zunehmend isoliert, wie Studien zur Generation Z nahelegen. Trotz digitaler Dauervernetzung entstehen nachhaltige Beziehungen nach wie vor im persönlichen Austausch – eine Erfahrung, die die rund 1.000 Teilnehmer:innen vergangenen Donnerstag vor Ort machen konnten.
Networking unter Frauen
Sich zu vernetzen, voneinander zu lernen und neue Perspektiven zu gewinnen stand ganz oben auf der Agenda des Festivaltages. 35 Speaker:innen gaben Einblicke in ihre beruflichen Wege und zeigten, welche Rolle unterstützende Netzwerke für ihren Erfolg gespielt haben – unter ihnen Stargast Frauke Ludowig. „Netzwerken konnten Männer lange besser als wir Frauen, aber wir haben aufgeholt. Trotzdem ist noch Luft nach oben“, merkte die Moderatorin im Talk an. Dabei hob sie hervor, wie wichtig ehrliches Interesse beim Networking sei. Durch aktives Nachfragen und die Bereitschaft, auch die eigene Situation offen zu teilen, entstehe echte Verbindung. „Es ist ganz wichtig, sich auszutauschen, sich zu supporten und auch Kritik auszuhalten“, gab Ludowig den Teilnehmer:innen mit. Und: „Man darf Hilfe annehmen“, fügte die Moderatorin noch hinzu.
Vielen Frauen fällt es besonders schwer, um Hilfe zu bitten – viel zu oft spielen wir im Alltag die Rolle der Care-Takerin. Wrestlerin Jazzy Gabbert betonte in ihrer Keynote, dass ein großes Hilfsnetzwerk vielleicht nicht immer zu sehen, aber oftmals zu spüren sei: „Eigentlich seid ihr gar nicht allein – wir sind alle irgendwie miteinander connected“, so Gabbert. „Ich hatte null Support und bin trotzdem meinen Weg gegangen“, erzählte sie über ihren Einstieg ins Wrestling – ein Traum, den sie nie aus den Augen verloren hat. „Wer da draußen sitzt und diesen Rückhalt auch nicht hat: Du schaffst es trotzdem“, bestärkte sie das Publikum.
KI als Herausforderung für Frauen
„Veränderung funktioniert am besten gemeinsam – in Communities“, unterstrich auch die Wirtschaftsinformatikerin Eva Gengler in ihrem Vortrag. Sie forscht intersektional-feministisch an der Schnittstelle von Macht und Künstlicher Intelligenz und hob hervor, wie entscheidend es gerade für Frauen sei, an der Gestaltung von Künstlicher Intelligenz mitzuwirken. „Frauen sind von den Auswirkungen von KI oft anders betroffen – und teilweise stärker negativ.“ Gesellschaftliche Machtstrukturen würden durch KI nicht aufgelöst, sondern häufig verstärkt werden, erklärte Gengler. „Wir können nicht warten, bis Macht gerecht verteilt ist. Wir müssen jetzt anfangen, KI aktiv zu gestalten.“ Das gelinge nur gemeinsam, machte die Expertin deutlich.
Auch die Initiatorin des Festivals, Patricia Zupan-Eugster, betonte schon in ihrer Eingangsrede „Die Welt wird immer schneller, KI verändert unseren Alltag und dabei verlieren wir oft den echten Kontakt, zu anderen und zu uns selbst“ – und stellte die Teilnehmerinnen vor die Aufgabe: „Verbindet euch – mindestens drei neue Kontakte heute. Das ist der erste Schritt.“ Ihre Schwester und Mitgründerin des Festivals, Verena Eugster, machte den Frauen Mut, ihre Leistungen und Erfolge sichtbar zu machen: „Frauen übernehmen jeden Tag Verantwortung. Dann sollten wir sie auch dort übernehmen, wo sie sichtbar wird.“
Der Tag zeigte eindrucksvoll, wie kraftvoll echte Begegnungen sein können: Sie fördern den Wissenstransfer, sorgen für Ideenaustausch und schaffen neue Möglichkeiten. Ob mit klaren Zielen oder noch auf der Suche nach Orientierung – die Frauen verband vor allem die Offenheit, sich aufeinander einzulassen und voneinander zu lernen. Wir freuen uns schon auf die nächste Runde im Oktober.
