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9. April: Der Umgang mit Süßem

Fastenbegleiterin und „Welt der Frauen“-Redakteurin Renate Stockinger begleitet Sie von Aschermittwoch bis Karsamstag durch die Fastenzeit. Ihr Impuls für Tag 39.

„Die Gene sind schuld“ – ein oft strapazierter Satz, der in Sachen Verlangen nach Süßem allerdings zumindest zum Teil seine Richtigkeit haben könnte. Es gibt verschiedene Theorien, warum wir eine Vorliebe für süßen Geschmack haben. Eine davon ist, dass es für unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler, wichtig war, Obst und Beeren zu essen, um ausreichend mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt zu sein.

Heute allerdings stehen wir vor einem anderen Problem: Wir sind deutlich überversorgt mit Süßem, was in Verbindung gebracht wird mit der Entstehung verschiedener Krankheiten. Rund 33 Kilogramm Zucker konsumierte jede Österreicherin, jeder Österreicher 2019/20 laut Statistik pro Jahr im Durchschnitt. Dabei ist die Menge bereits rückläufig – seit mehreren Jahren sinkt der Zuckerkonsum, im Jahr 1994 betrug er noch durchschnittlich 41 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Im Jahr 1850 allerdings lag er in Deutschland beispielsweise bei etwa 6 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Zuckerfasten – Tipps

Weniger zu naschen steht deshalb bei vielen in der Fastenzeit auf dem Programm. Sinnvoll wäre aber, wenn wir nach der Fastenzeit nicht wieder ganz in alte Gewohnheiten zurückfallen, sondern versuchen, unseren Zuckerverbrauch längerfristig zu reduzieren. „Nach einer Fastenzeit nehmen Sie den süßen Geschmack viel intensiver wahr. Nutzen Sie diesen Umstand für sich, indem Sie bei kleinen Mengen bleiben und so die Wahrnehmungsschwelle für süß gar nicht erst wieder erhöhen“, empfiehlt die in Kärnten lebende Ernährungswissenschaftlerin und Fastenbegleiterin Karin Zausnig. Und: „Wenn Sie naschen, dann gleich nach dem Mittagessen. Unterbrechen Sie Ihre Pause zwischen den Mahlzeiten nicht für Süßes.“

Auch dafür, was genascht wird, hat die Ernährungswissenschaftlerin Tipps: „Kochen Sie Obstkompott vor und essen Sie eine Schale davon, wenn Sie der Heißhunger auf Süßes überfällt. Das mindert schon nach wenigen Tagen das Verlangen nach Zucker.“ Und so banal es auch klingt, es ist tatsächlich die Lösung schlechthin: „Lagern Sie keinen Süßigkeitenvorrat zu Hause. Wenn es da ist, wird’s gegessen.“

 

Renate Stockinger FastenbegleitungIhre Renate Stockinger