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20. März: Der Wald ruft

Fastenbegleiterin und „Welt der Frauen“-Redakteurin Renate Stockinger begleitet Sie von Aschermittwoch bis Karsamstag durch die Fastenzeit. Ihr Impuls für Tag 19.

Ob wir den mittlerweile weit verbreiteten Begriff Waldbaden verwenden oder es doch lieber Waldspaziergang nennen, ist egal. So oder so sind bewusste Aufenthalte im Wald unserer Gesundheit zuträglich. In Japan wurde das bereits früh erkannt, in den 1980er-Jahren unter dem Namen Shinrin-Yoku als Therapieform entwickelt und kann ärztlich verordnet werden. Dort wurden auch einige Wälder zu Therapiewäldern erklärt.

Was bringt Waldbaden?

Seit den 1990ern wird Shinrin-Yoku oder Waldbaden intensiv wissenschaftlich beforscht. Studien zeigten eine deutliche Minderung von Stress. Rund eine Stunde Waldbaden wirkt demnach positiv auf Blutdruck, Cortisolspiegel und Puls, auch die Blutzuckerwerte sinken. Das Immunsystem kann gestärkt werden, die Konzentrationsfähigkeit gesteigert, Schlaf verbessert und Atemprobleme können gelindert werden. Verantwortlich gemacht wird dafür zum Teil die sauberere Waldluft, die zudem Terpene enthält.

Diese von Pflanzen, aber auch von Pilzen, Algen und Bakterien produzierten Naturstoffe sind Duftmoleküle, die auch Bestandteil von ätherischen Ölen sind und vielfach genutzt werden – unter anderem auch in der Kosmetik, bei Aromatherapie oder in Putzmitteln. Viele Terpene wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und beruhigend. Ihre Wirkung auf den menschlichen Körper wird seit dem Altertum in unterschiedlichster Form genutzt.

Aber auch die Geräuschkulisse des Waldes etwa oder die Farben tragen das ihre dazu bei, dass wir unsere Batterien aufladen können. Wird, wie beim Waldbaden üblich, mit Achtsamkeit gearbeitet, wirkt das zusätzlich stressreduzierend.

Renate Stockinger FastenbegleitungIn diesem Sinne: Egal, wie wir es nennen möchten – machen wir unser eigenes Erlebnis daraus. Hetzen wir nicht durch den Wald, um auch diesen Punkt abhaken zu können, sondern versuchen wir, den Besuch in der Natur bewusst zu gestalten, indem wir uns besonders schöne Plätze suchen, Bäume betrachten oder auch einmal die Rinde befühlen – und wer mag, darf die Bäume natürlich auch umarmen, warum nicht?

Wir können Blätter und Zapfen in die Hand nehmen oder mit den Fingern über den Waldboden streichen und darin wühlen. Wir können bewusst atmen und die gute Luft aufnehmen, wir können mit unseren Augen die Farben aufsaugen oder aus Naturmaterialien unser persönliches Muster legen.

Wer die Möglichkeit hat, kann das gleich heute ausprobieren.

Ihre Renate Stockinger

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