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7. April: Ruhiger Geist, ruhiger Darm

Fastenbegleiterin und „Welt der Frauen“-Redakteurin Renate Stockinger begleitet Sie von Aschermittwoch bis Karsamstag durch die Fastenzeit. Ihr Impuls für Tag 37.

Geht es den Bakterien in unserem Darm gut, geht es uns gut. Das legen immer mehr Studien nahe. So sei eine belgische Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass bei Menschen mit Depressionen zwei bestimmte Bakterienstämme fehlten oder nur in geringer Anzahl vorhanden waren, sagt Mikrobiologin Eva Maria Hoffmann-Gombotz. „Was wir essen, hat massiven Einfluss auf die Bakterien und in weiterer Folge über die Darm-Hirn-Achse auch auf unsere Emotionen und unser Verhalten“, so die Expertin.

Aber auch Medikamente wie Antibiotika, Antidepressiva oder Magenschutz sowie Alkohol würden die Balance im Darm beeinträchtigen. Darüber hinaus sei es Körper- und damit stetiger Kontakt mit Bakterien, der unser Darmmikrobiom in Schuss halte (alleine bei einem Kuss werden 80 Millionen Bakterien ausgetauscht).

Hirn an Bauch

Ernährung alleine sei jedoch nicht ausreichend, so die Expertin: „Um die mentale Gesundheit zu stärken, genügt die richtige Kost alleine nicht – es braucht eine generelle Veränderung des Lebensstils. Allem voran sollte chronischer Stress reduziert werden.“ Yoga und Atemübungen könnten helfen, Stress und Unruhezustände abzubauen, sagt die Mikrobiologin. „Wer den Geist beruhigt, beruhigt auch den Darm.“

In Stresssituationen reagiere unser Körper immer noch wie vor Millionen von Jahren, wenn unsere Vorfahren sich dem Säbelzahntiger gegenübersahen: Er schaltet in den Kampf-oder-Flucht-Modus. Das zeige natürlich Auswirkungen im Körper. Der Darm stehe in dieser Situation bei der Versorgung mit Blut an nachgeordneter Stelle, sei mangelversorgt – in Folge könne es zu Entzündungen und zum Leaky-Gut-Syndrom (durchlässigem Darm) kommen, wobei die Barrierefunktion des Darms gestört sei.

„Deshalb ist es wichtig, dass wir nach Stresssituationen darauf achten, dass wir den Stress auch wieder abbauen können. Wenn sich Stress und Entspannung die Waage halten, ist es nicht ungesund“, sagt die Expertin.

 

Renate Stockinger FastenbegleitungIn diesem Sinne: Versuchen wir, unser Leben etwas zu entschleunigen, bewusst Entspannung einzubauen. Auch dem Darm – und damit unserem gesamten System – zuliebe.

Ihre Renate Stockinger

 

 

 

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