06

20

Aktuelle
Ausgabe:
Zum Shop
Fasten und Schlemmen

Erst die Aussicht auf üppigere Genüsse macht uns Fastenspeisen schmackhaft. Anders hätte das Alles gar keinen Sinn.

Mit manchen Gerichten kann man wunderbare Zeitreisen machen. Diese Suppe etwa katapultiert mich direkt in die Zeit meiner Kindheit. Die säuerliche Rahmsuppe, bei uns hieß sie „Stosuppe“ gab es immer wieder, aber an zwei Tagen im Jahr war sie zwingend. Und zwar am Aschermittwoch und am Karfreitag. Da kam sie hundertprozentig, wie das Amen im Gebet, auf den Tisch. Ich koche sie selten, aber jedes Mal fasziniert mich, wie man aus so wenigen Zutaten etwas wirklich Gutes machen kann. Denn so banal das Rezept auch sein mag, die Suppe hat einfach Charme – und sie ist durchaus wandelfähig. Ich habe mir ein klein wenig Kreativität erlaubt und knusprige Erdäpfelchips gebacken; bei uns zuhause gab es immer nur gekochte Erdäpfel zur oder in der Suppe. Wenn Sie altbackenes Roggenbrot daheim haben, auch das – klein gewürfelt und in Butter geröstet – mundet wunderbar als Einlage. Zum Drüberstreuen bietet sich derzeit außerdem eine große Fülle an Frühlingskräuter an, fein geschnitten, zum Beispiel zarte Löwenzahnblätter, Giersch, Gundelrebe, Schafgarbe.

Stosuppe mit Erdäpfel-Chips

4 Portionen
600 ml Wasser
1/2 TL Kümmelsamen
500 g Sauerrahm
2 ½ EL glattes Mehl
Apfelessig
Salz
weißer Pfeffer
1 Bund Schnittlauch, geschnitten

Erdäpfelchips:
4 mittlere Erdäpfel
Öl

Wasser mit Kümmel ca. 5 Minuten köcheln. Sauerrahm mit Mehl und wenig Wasser gut verquirlen, in die Suppe gießen und unter Rühren einige Minuten köcheln. Suppe mit einem Schuss Apfelessig, Salz und Pfeffer abschmecken.
Für die Chips die Erdäpfel gut waschen und in dünne Scheiben hobeln. Auf einem Tuch trockentupfen. In einem Topf circa 3 cm hoch Öl erhitzen, die Erdäpfelscheiben portionsweise darin knusprig goldgelb backen, mit einem Gitterlöffel herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Suppe mit Schnittlauch bestreut anrichten, die Chips dazu servieren.

Darf’s noch was Süßes sein? Ostern steht vor der Tür und vielleicht überlegen Sie gerade, was Sie wohl zu den Feiertagen kochen werden. Große Familientreffen und Verwandtenbesuche müssen bekanntlich heuer leider ausfallen, was aber noch lange kein Grund ist, auf ein schönes Essen zu verzichten. Im Gegenteil, gerade in schwierigen Zeiten hat der Genuss eine sehr tröstliche und aufmunternde Funktion. Ganz egal, wieviele Personen sich heuer um Ihren Tisch versammeln, vergessen Sie nicht auf das Dessert! Dass wir uns so gerne mit Süßem trösten, ist kein Zufall. Schon Babys reagieren positiv auf diesen Geschmack, die Vorliebe fürs Naschen scheint uns angeboren und es gibt reichlich Grund zur Annahme, dass Süßes positive Wirkung auf die Stimmung hat. Wenn Sie Lust auf ein leichtes, erfrischendes, fruchtiges Dessert haben, eines das einfach zu machen aber doch irgendwie besonders und außerdem gut vorzubereiten ist, dann sollten Sie jetzt weiterlesen.

Joghurtmousse mit Rhabarber und Mandelcrumble

4 Portionen
Joghurtmousse:
4 Blatt Gelatine
3 EL Zitronensaft
280 g Schafmilch-Joghurt
50 g Staubzucker
125 ml Schlagobers


Rhabarber:
200 g Rhabarber
50 g Kristallzucker
150 ml Orangensaft
1 TL Stärke (5 g)


Crumble:
50 g weiche Butter
50 g Mehl
50 g Mandelblättchen
50 g Braunzucker
Erdbeeren, Minze

Joghurtmousse mit Rhabarber und Mandelcrumble

Gelatine in kaltem Wasser einweichen, ausdrücken, mit dem Zitronensaft erhitzen. Joghurt mit Staubzucker glatt rühren, Gelatine rasch unterrühren. Obers steif schlagen, mit der Joghurtmischung verrühren. In eine mit Frischhaltefolie ausgelegte kleine Kastenform füllen und kalt stellen.
Rhabarber quer in kleine Stücke schneiden. Zucker mit Wasser, Orangensaft und Stärke verrühren und aufkochen. Rhabarber zugeben, 1/2 Minute kochen, vom Herd ziehen und auskühlen lassen.
Für den Crumble Butter, Mehl, Mandeln und Zucker zu einer bröseligen Masse vermischen, 1 Stunde kühlen. Masse auf einem mit Backpapier belegtem Blech verteilen, im Rohr bei 180 Grad goldbraun backen (12–15 Minuten).
Joghurtmousse in Portionen teilen, mit dem Rhabarberkompott und zerbröseltem Crumble anrichten. Mit Erdbeeren und Minzeblättchen garnieren.

Barbara Haiden

Barbara Haiden

kocht gerne mit Gemüse und fragt sich
beim Blick in den Vorratsschrank:
Wer soll das alles essen?

Foto: Alexandra Grill

Fotos: Barbara Haiden, Julia Maetzl

„Welt der Frauen kocht“

Noch mehr Kulinarik können Sie im Magazin lesen:

> jede Menge Inputs von Küchenprofis,
Tipps & Rezepte für verschiedene Anlässe
> als Schwerpunkt auf 24 Seiten im Magazin
> zweimal jährlich (April & November)

… mehr dazu // … gleich bestellen

Über Welt der Frauen

„WELT DER FRAUEN“ BESCHREIBT UND REFLEKTIERT VIELFÄLTIGE BEZIEHUNGEN UND BEZÜGE VON FRAUEN UND SIEHT SICH DABEI ALS INSPIRATIONSQUELLE FÜR MEHR PERSÖNLICHE LEBENSQUALITÄT.

2020 © WELT DER FRAU VERLAGS GMBH

nach oben