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„Es wirkt wie ein Reset“: Was Fasten im Körper auslöst

Foto: shutterstock
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  • Veröffentlicht: 18.02.2026
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Fasten ist weit mehr als Verzicht oder Gewichtsabnahme: Studien zeigen positive Effekte auf Stoffwechsel, Zellgesundheit und mentale Klarheit. Was bringt es wirklich?

Immer mehr Menschen entdecken Fasten als Weg zu mehr Klarheit und Gesundheit. Elisabeth Rabeder begleitet seit Jahren Fastengruppen und spricht im Interview über wirksame Methoden, gute Vorbereitung und häufige Fehler.

Jahr für Jahr nehmen sich viele Menschen vor, zu fasten. Welche Vorteile hat es?
Fasten hat mehr zu bieten als Gewichtsregulation. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass es den Stoffwechsel ankurbelt, den Blutdruck und -zucker stabilisiert, die Insulinsensitivität verbessert und Entzündungsprozesse reduziert. Besonders spannend ist der Effekt auf die Zellgesundheit: Die Autophagie, ein natürlicher Selbstreinigungsprozess der Zellen, bei dem beschädigte Bestandteile abgebaut und recycelt werden, wird aktiviert. Neben den vielen körperlichen Vorteilen wirkt Fasten mental und geistig reinigend und stärkend. Viele berichten von erhöhter Konzentration, klarerem Denken und innerer Ruhe. Der Verzicht schafft Raum, um alte Muster zu reflektieren, bewusster zu leben und neue Energie zu tanken. Es wirkt wie ein Reset.

Unter all den Methoden: Wie finden wir die richtige?
Die Auswahl ist vielfältig: vom Intervall- über Basen- bis hin zum klassischen Heilfasten. Auch Digital-Detox- oder Jammerfasten-Angebote sind heute besonders wertvoll. Persönlich rege ich immer dazu an, nicht nur an Verzicht zu denken. Es kann auch ein „Mehr von …“ bedeuten. Zum Beispiel Bewegung, Zeiten der Stille oder vieles andere. Welche Methode am besten passt, hängt von den persönlichen Zielen, dem eigenen Alltag und der Konstitution ab.

„Wichtig ist, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich Zeiten der Ruhe zu gönnen.“
Elisabeth Rabeder

Gibt es Grundregeln, an die man sich halten sollte?
Damit es uns rundum guttut, sind eine Tagesstruktur und eine gute Vorbereitung sehr wichtig. Das erleichtert den Einstieg. Auch das Vorkochen der Speisen macht Sinn. Ausreichendes Trinken – dazu gehören stilles Wasser, Kräutertees oder klare Gemüsebrühe – unterstützt den Stoffwechsel, fördert die Entgiftung und beugt Fastenkrisen vor. Dabei ist es entscheidend, auf die Signale des Körpers zu hören. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel oder Kreislaufprobleme sind Reinigungskrisen, die Ruhephasen oder eine Anpassung der Methoden erfordern. Sanfte Impulse zur Darmreinigung unterstützen die Ausleitung von „Altlasten“. Moderate Bewegung wie leichte Wanderungen, Spaziergänge, Yoga und sanftes Stretching regen Kreislauf und Entgiftung an, während intensive Workouts den Körper eher überfordern können. Wichtig ist, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich Zeiten der Ruhe zu gönnen.

Welche Fehler sollten wir vermeiden?
Beim Fasten gilt es immer, die persönliche Situation zu berücksichtigen: Nicht jede Methode eignet sich für alle. Menschen mit Vorerkrankungen oder psychischer Belastung sollten nur unter ärztlicher Begleitung fasten, Schwangere und Stillende gar nicht. Viele Fehler entstehen bereits vor dem Beginn, bei unklaren Zielen oder fehlender Vorbereitung. Ohne schrittweise Anpassung der Ernährung oder Alternativen für gewohnte Mahlzeiten reagiert der Körper oft mit Heißhunger, Müdigkeit und Kreislaufproblemen. Übertriebene Strenge und radikale Regeln führen häufig zu unnötigem Druck und zum Scheitern. Fasten funktioniert besser, wenn man flexibel und freundlich mit sich selbst ist.

Foto: Curhaus Bad Mühllacken GmbH

Elisabeth Rabeder begleitet regelmäßig Fastengruppen. Als Autorin hat sie zuletzt das Buch „Fasten:Reset“ veröffentlicht. Mehr Infos: curhaus.at.

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