08

18

Aktuelle
Ausgabe:
Zum Shop
Es grünt so grün wenn Pasings Blüten Blühen

Pfingstsrosen hier, Zierlauch da, undefinierbares lila Pflänzchen oben, Lavendel unten im Kräutertopf, ringsum ein Blütenmeer – unser kleines Gärtchen erfüllt mich jeden Tag mit Freude und als Möchtegern-Gartenkennerin kann ich nach einem Jahr Graben und Schnippeln schon kleinere und größere Erfolge verbuchen.

Es gibt Studien, dass sich das Betrachten der Farbe Grün positiv auf das Gemüt auswirkt. Darüber hinaus macht auch Gartenarbeit, sofern sie nicht körperlich zu anstrengend oder einseitig ist, glücklich und zufrieden – im wahrsten Sinne erdet sie uns hektikgeplagte Städter, und selbst das winzigste Balkonkistchen mag die Endorphin-Produktion anregen und das Belohnungszentrum aktivieren. Eigentlich war mir das Gärtchen in der neuen Wohnung vorwiegend wichtig wegen Michi. In meiner Vorstellung war vor allem er es, der von dem Grün profitieren würde, aber um ehrlich zu sein bin ich viel öfter draußen, ich nutze und bearbeite das Gärtchen tagtäglich und habe den Eindruck, dass das grüne Refugium zu einem wichtigen Ankerpunkt in meiner Zufriedenheits-Routine geworden ist. Gartenarbeit ist bei uns ausschließlich meine Angelegenheit. Mein Mann genießt zwar den Ausblick, aber mehr möchte er damit nicht zu tun haben. Das ist mir mit meinem Schöpfungsdrang nur Recht – niemand mischt sich in meine grasgrünen Experimente ein. Wären da nicht die vermaledeiten Nacktschnecken und die hartnäckigen Löwenzahnsporen – mein Fleckerl Erde vor der Terrassentür wäre das reinste Idyll. Heute geht es dann ab in den Urlaub und ich verspüre das erste Mal in meinem Leben das Gefühl, dass ich eigentlich auch ganz gerne hier bleiben würde und außerdem, was soll aus meinen Pflänzchen werden? Ich muss schmunzeln, denn solche ausgesprochenen Gedanken kenne ich eigentlich nur von meinen Großeltern. Bald werde ich mit unserem Erdbeermädchen im Gras herumkugeln, Käfer zählen und die Kleine wird erste Krabbelversuche starten – ich kann es kaum erwarten! Endlich angekommen!

 

Susi Nagele-Krautgartner

wurde 1982 geboren und lebt mit Mann und Sohn in München. Die promovierte Kunstpädagogin und Künstlerin realisiert Kunst- und Kunstvermittlungsprojekte verschiedener Sparten im In- und Ausland. Dafür wurde die gebürtige Innviertlerin bereits mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Themen wie Gleichstellung, Gender und deren lebenspraktische Umsetzung beschäftigen sie in all ihren Texten und Bildern. Der Blog ist die Fortsetzung von “Susis Babyzeit” (2014-2016). www.susikrautgartner.com