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Eintöpfe und Suppen für jeden Tag

Eintöpfe können so vielfältig sein: vegan, vegetarisch, fleischig und dann auch noch lasktose- und glutenfrei. Dass man fürs Nachkochen der hier ver- und gesammelten 120 Anregungen keine Weltreise starten muss, macht die Lektüre zu einem Erlebnis. Die meisten Zutaten hat man im Kühlschrank bzw. im Vorratsschrank bzw. –keller. Quinoa rechne ich dazu, für den Spargel geht man einige Schritte bzw. wartet auf die nächste Spargelsaison. Doch die Kartoffel-Lauch-Cremesuppe – vegetarisch und glutenfrei – lässt sich aus dem Stand zubereiten: Wer mehr will, streut Kresse drauf und wer noch mehr will, bereitet Croutons zu, ja, dann ist das Ganze eben nicht mehr glutenfrei. Auch die Zucchinicremesuppe ist einfach zum Nachkochen.

Bemerkenswert einfach sind die Rezepte und ist auch die Zubereitung der diversen Brühen: Hier wird nicht kompliziert erklärt und gekocht, hier gilt „just do it“ und schon kann man sich ans Löffeln machen. Ja, das brockt man sich alles sehr gern ein und noch lieber löffelt man es mit seinen/ihren Gästen aus: Dass dieses Buch auch noch ein wunderschönes Bilderbuch für Hungrige und Kochwillige, für KochanfängerInnen und MinimiererInnen ist, will ich nicht verschweigen oder einfach nur vergessen zu erwähnen.

Damit auch die Menschen in Deutschland mit dabei sein können, gibt das Glossar witzig-wichtige Informationen: Nockerln sind bitte als Klößchen zu verstehen, hinter dem Sauerrahm steckt die „saure Sahne“ und der Karfiol wird in Deutschland „Blumenkohl“ genannt. Warum es da so strenge Grenzkontrollen braucht, bei so viel Verständigung? Und nun kommen die Autoren auch noch zu Wort:

Wir versuchen, traditionsreiche Küche mit modernen Rezepten aus aller Welt zu verbinden. Immer folgen wir dabei aber dem Grundsatz, frisches und – so gut es gut – saisonales Gemüse zu verwenden und einen optimalen Mix für unterschiedliche Bedürfnisse und Unverträglichkeiten zu bieten. (S. 11)

Was Sie versäumen, wenn Sie dieses Buch nicht lesen: Ästhetik, Lust aufs Kochen, gut gegliedertes Kochbuch, Wärme im Bauch bereits beim Durchblättern, wertvolle Tipps, präzise Kochanleitungen und Angaben – immer für 4 Portionen, Saisonkalender, Glossar und schließlich auch ein alphabetisches Rezeptregister der 120 Suppen- und Eintopf-Rezepte quer durchs Jahr.

Die Autoren sind keine Suppenkasper; sie haben in Wien das Lokal „Spoonfood“ eröffnet, wo sie Eintöpfe und Suppen anbieten.

Nadja Hudovernik hat die Rezepte, die Gerichte perfekt ins Bild gesetzt, gratuliere zur Stilsicherheit, waren ja immer Schüsselchen und Löffelchen, da muss man es schon draufhaben!

Bureau F – Studio für Branding und Design

Bianca Rafaela & Michael Baswald:
Spoon Food – 120 Wohlfühlsuppen.
Innsbruck: Loewenzahn Verlag.
294 Seiten.

Christina Repolust

wurde 1958 in Lienz/Osttirol geboren. Sie schloss das Studium der Germanistik und Publizistik in Salzburg ab. Seit 1992 ist sie Leiterin des Referats für Bibliotheken und Leseförderung der Erzdiözese Salzburg und unterrichtet nebenbei Deutsch als Fremdsprache. Zudem leitet sie Literaturkreise und Schreibwerkstätten für Groß und Klein. Ihre Leidenschaft zu Büchern drückt die promovierte Germanistin so aus: „Ich habe mir lesend die Welt erobert, ich habe dabei verstanden, dass nicht immer alles so bleiben muss wie es ist. So habe ich in Romanen vom großen Scheitern gelesen, von großen, mittleren und kleinen Lieben und so meine Liebe zu Außenseitern und Schelmen entwickelt.“