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Eines nach dem anderen

Nur mehr 10 Wochen bis unsere Maus zu uns kommen wird, vielleicht sogar schon früher, vielleicht ein bisschen später. Zeit um klar Schiff zu machen. Finanzen, Haushalt und ein paar private Ziele umfasst die recht ambitionierte To-Do-Liste. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie und schallendem Gelächter haben mein Mann und ich letztens die alte Liste hervorgekramt von der Zeit vor Michis Geburt. So ziemlich alles könnte man ins hier und jetzt übertragen – einiges ist seit vier Jahren liegengeblieben und wird wohl auch weiterhin unerledigt bleiben. Vielleicht gelingt uns dieses Mal eine realistischere Liste ohne Karteileichen. Einige Ziele haben wir schon erreicht und es macht mich wirklich äußerst zufrieden, dass sowohl Kleiderkasten, als auch Wickelkommode und Stubenwagen schon bereit und mit Gewand, Nestchen und Stillkissen gefüllt sind.

Unser Großer ist seit gut einer Woche ohne Windeln, auch nachts und völlig ohne Zwischenfälle. Ich bin so froh das jetzt forciert zu haben, trotz seiner anfänglichen Ablehnung war es mit Oma als Stütze einfacher als gedacht. Michael ist so stolz auf sich! Er spürt genau, dass das jetzt ein großer Schritt war und wirkt von Tag zu Tag noch erwachsener und selbstständiger! Unser großer, toller Bub! Täglich gibt er Elisabeth ein Bussi durch meinen Bauch und wenn ich mich dafür bedanken möchte erklärt er mir immer, dass das ja nicht für mich war, sondern für seine kleine Schwester. In gewisser Art und Weise spüre ich, dass sich das Familiengefüge jetzt schon nachjustiert und an das jüngste Familienmitglied anpasst. Wenn ich mich dann abends auf das Heizkissen begebe um meinen rebellischen Ischias zu besänftigen und über meinen Kugelbauch streichle – während die Maus ihre abendliche Tanz- und Boxchoreographie performt – überkommt mich so ein durch und durch angenehmes Gefühl von Liebe und Dankbarkeit für meine drei Schätze. Die paar noch zu erledigenden Dinge werden wir abarbeiten, die süßen brauchbaren Kleinigkeiten, die es noch vorzubereiten gilt, werde ich mit einem Lächeln voller Vorfreude und Gerührtheit noch nett drapieren und die Kliniktasche wird sich langsam aber sicher auch füllen – Zielgerade!

Susi Nagele-Krautgartner

wurde 1982 geboren und lebt mit Mann und Sohn in München. Die promovierte Kunstpädagogin und Künstlerin realisiert Kunst- und Kunstvermittlungsprojekte verschiedener Sparten im In- und Ausland. Dafür wurde die gebürtige Innviertlerin bereits mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Themen wie Gleichstellung, Gender und deren lebenspraktische Umsetzung beschäftigen sie in all ihren Texten und Bildern. Der Blog ist die Fortsetzung von “Susis Babyzeit” (2014-2016). www.susikrautgartner.com