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Ein Herz für Schwächere

Das Benefizsuppenessen der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) gilt als Auftakt für die jährliche Spendenkampagne „Aktion Familienfasttag“. Das 60. Jubiläum der Aktion wurde im Parlament gefeiert.

Dass Frauen eine Zweidrittelmehrheit im Parlament stellen, StellvertreterInnen der Kirche und PolitikerInnen aller Couleurs an einem Strang ziehen und der Dialog zwischen Christentum, Judentum und Islam von Offenheit und Herzlichkeit geprägt ist, passiert nicht alle Tage. Der ­Katholischen Frauenbewegung ­Österreichs ist dieser Einklang gelungen: beim traditionellen Fastensuppenessen, das zum 60. Mal als Auftakt der großen Spendenaktion ausgetragen wurde. Heuer geschah dies in Kooperation mit dem Hohen Haus. Die Festrede hielt Altbundespräsidentengattin Margit Fischer, langjährige Unterstützerin der Aktion.

Der Gastgeber, ­Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, bekam von der kfbö-Vorsitzenden Veronika Pernsteiner ein von der österreichischen Künstlerin Melisande Seebald gestaltetes rotes Herz überreicht – als Symbol für den Wunsch nach mehr Empathie in der Politik. Und prompt deklarierte er sich als „Multiplikator der Katholischen Frauenbewegung“ und verkündete, das Geschenk mit seinen KollegInnen teilen zu wollen, „damit wir künftig bessere Ziele erreichen können“. Ein offenes Herz gebe nämlich immer die Kraft, „über seine Grenzen zu gehen und für Schwächere da zu sein“. Voll des Lobes für das friedenspolitische Engagement der kfb-Frauen und ihrer kolumbianischen Projektpartnerinnen von „Vamos Mujer“ war auch Kardinal Christoph Schönborn. Das „Dranbleiben“, meinte er, sei der Schlüssel zum Erfolg und zum Frieden, den auch Männer anerkennen sollten. First Lady Doris Schmidauer stimmte zu: „Es gibt nur wenige Friedensprozesse, die so erfolgreich zu Ende geführt werden wie jener in Kolumbien. Sogar Präsident Juan Manuel Santos, der vor Kurzem bei uns zu Gast war, unterstrich die Bedeutung der Frauen in diesem Prozess. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass Österreich, vertreten durch die kfbö, hier einen Beitrag leisten kann.“

Unter den 250 Gästen waren außerdem ÖVP-Staatssekretärin Caroline Edtstadler, Caritas-Chef Michael Landau, Schwester Beatrix Mayrhofer von den Frauenorden, Ex-SPÖ-Minister Alois Stöger, Gewerkschafter Fritz Neugebauer und die ehemalige First Lady Margot Klestil-Löffler.

Ruth Steiner vom ­Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit:
„Die Haltung der Katholischen Frauenbewegung erinnert mich sehr an die Bergpredigt, in der es auch um Armutsbekämpfung, Barmherzigkeit, Gerechtigkeitssuche und Friedensstiftung geht. Das Fastensuppenessen ist eine Geste des Teilens, ein Ort der Begegnung, auch für andere Religionen. Mir gefällt, dass sich die kfbö politisch klar deklariert und die Verantwortung für Fairness im Auge behält. Vor allem in der jetzigen politischen Situation hat sie eine ganz große Rolle zu spielen.“

Hadis Etenesh, ­Vorsitzende der ­Afrikanischen ­Frauen­organisation:
„Ich stamme aus Äthiopien und setze mich ein für den Kampf gegen Genital­verstümmelung von Frauen und Mädchen. Seit vielen Jahren fühle ich mich der Katholischen Frauenbewegung verbunden und schätze die weltweite professionelle Arbeit dieser Organisation. Solidarität unter Frauen ist wichtig. Wenn ich etwas beitragen kann, lasst es mich wissen.“

Carla Amina Baghajati, Forum ­Muslimischer ­Frauen:
„Respekt und Bewunderung für die Leistung der katholischen Frauen! Es begeistert mich, mit welcher Empathie sie über Landesgrenzen hinausblicken. Zum Slogan ‚Ohne Frauenrechte kein Frieden‘ fiel mir ein Bibelzitat ein: ‚Gerechtigkeit und Friede küssen sich‘. Beeindruckt haben mich auch die Rede des Kardinals und der Versöhnungsgedanke. Die Frauen von ‚Vamos Mujer‘ leben uns ­allen, auch der muslimischen Community, vor, wie Friede gelingen kann: durch eine intensive ehrliche Auseinandersetzung, die Überwindung des Egos und die Bereitschaft, auf frühere Gegner zuzugehen und zu erkennen: ­‚Irgendwie waren wir alle Opfer.‘“

Teilen spendet Zukunft
Spendenkonto „Aktion Familienfasttag“:
Verwendungszweck: Code A218+
IBAN: AT832011180080860000

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.

Mehr Infos unter: www.teilen.at/spenden

Erschienen in „Welt der Frauen“ 04/18

Fotos: Andreas Ranet (2), picturedesk.com

Titelbild:
Wolfgang Sobotka, Veronika Pernsteiner, Doris Schmidauer, Ana Maria Berrio Ramirez, Melissa Villegas Franco, Margit Fischer und Christoph Schönborn beim Fastensuppenessen in der Wiener Hofburg.