Englisch prägt längst unseren Alltag. Das sorgt nicht nur für Begeisterung, sondern auch für Bedenken. Etwa, dass die deutsche Sprache verloren gehen könnte. Aber ist dem tatsächlich so?
Oh Lord, bitte gib mir meine Language zurück, ich sehne mich nach Peace und nach ein bisschen Glück“ – mit diesen Zeilen greift die A-cappella-Band „Wise Guys“ augenzwinkernd das Phänomen „Denglisch“ auf. Gemeint ist damit die Durchmischung der deutschen Sprache mit englischen Begriffen. Und tatsächlich: Wer im Alltag genau hinsieht, erkennt rasch, dass Englisch überall ist. Oder besser gesagt: everywhere. Ob in der Arbeitswelt, den Medien oder im Privatleben, es gibt unzählige Ausdrücke, die bei vielen – besonders jungen – Menschen kaum mehr wegzudenken sind. Was früher lustig war, ist heute „funny“, beliebige oder unerwartete Erlebnisse sind „random“ und Begriffe wie „cool“ oder „nice“ sind längst geläufig. Doch nicht alle sehen diese Entwicklung positiv. So wächst unter anderem in der älteren Generation die Sorge um die Zukunft der deutschen beziehungsweise österreichischen Sprache. Ihre Bedenken äußern sie dann oft in Sätzen wie „Der Dialekt stirbt sowieso aus“ oder „Wenn das so weitergeht, gibt es unsere Sprache bald nicht mehr“.
Warum Veränderung sein muss
Auch Manfred Glauninger, Sprachwissenschaftler an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Wien, kennt diese Aussagen – und hat Verständnis dafür. Gerade ältere Menschen befänden sich in einer Lebensphase, in der ihnen sprachliche Veränderungen deutlicher, auffallen.
