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Damenwahl #12

Anmerkungen zur politischen Lage, 22. September 2019

Wir gehen in Richtung Wahlkampffinale und es wird Zeit sich zu fragen, wie die Frauen sich bisher geschlagen haben. Pamela Rendi-Wagner und Beate Meinl-Reisinger fallen gleich einmal durch ihren Doppelnamen auf – noch immer ein weibliches Phänomen in Österreich. Sie haben bisher aber auch durch besondere Sachorientierung gepunktet. Auch das womöglich ein weibliches Phänomen? Meinl-Reisinger macht klare Ansagen, was mögliche Koalitionen angeht, Rendi-Wagner hat ein Parteiprogramm vorgestellt, das viele Frauenanliegen ernst nimmt.

Weitgehend anders die Herren an den Parteispitzen. Sie sind in erster Linie mit sich selbst beschäftigt. Die einen wollen glauben machen, dass da in Ibiza gar nichts war und ohne sie das Land nach links kippt – was aber von ganz rechts betrachtet eine sehr vage Positionsbeschreibung ist. Die anderen wollen ihren „Jungkaiser“ seinen eben erst begonnen Weg fortsetzen lassen, ohne inhaltlich neue Vorschläge zu bringen. Die dritten machen vergessen, dass ihre Partei eigentlich von einer Frau geleitet wird, weil alle im Grunde nur die notwendige Entourage ihres Alphatieres sind. Bleibt noch die Partei, die um Wiederauferstehung bittet, und dabei, entgegen ihrer Geschichte, bisher ziemlich ohne weibliche Präsenz ausgekommen ist.

Rendi-Wagner und Meinl-Reisinger schlagen sich, ganz subjektiv betrachtet, ziemlich gut. Beide stehen für inhaltliche Politik, an der man sich orientieren kann. Von keiner der beiden ist ein grober Übergriff auf den Mitbewerb überliefert, beide sind skandalfrei, – in Österreich auch nicht mehr selbstverständlich – und beide stehen für eine selbstbewusste Generation Frauen. Ob das bei den Wahlen belohnt wird? In einer Woche wissen wir mehr.

Fotos: SPÖ/Kurt Prinz, NEOS

Christine Haiden

Dr.in Christine Haiden wurde am 2. März 1962 in Euratsfeld, Niederösterreich, geboren, maturierte 1980 in Amstetten. Ihr Jusstudium in Linz schloss sie 1984 ab, danach absolvierte sie ihr Gerichtsjahr. 1986 begann Christine Haiden als Redakteurin und Verlagsassistentin im Verlag Welt der Frau. Von 1992 bis 1993 war sie Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Caritas Oberösterreich, ehe sie 1993 Chefredakteurin der Welt der Frau wurde. Zusätzliche Aufgaben übernahm sie als Moderatorin und Autorin mehrerer Bücher („Gartenmenschen“, „Maximilian Aichern – Bischof mit den Menschen“ oder „Vielleicht bin ich ja ein Wunder. Gespräche mit Hundertjährigen“). Sie ist Mitbegründerin des Frauennetzwerkes im OÖ. Presseclub und seit 2007 Präsidentin des OÖ. Presseclubs. Seit Herbst 2008 außerdem Kolumnistin der OÖNachrichten „Haiden am Donnerstag“.

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