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Coaching für Väter: Was lernen Männer dabei über Feminismus?

Coaching für Väter: Was lernen Männer dabei über Feminismus?
Foto: shutterstock
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  • Veröffentlicht: 09.04.2026
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Ein Einblick in die Manosphere? Wie ein Interview mit einem Vätercoach zum Streitgespräch wurde – über Gleichberechtigung, Care-Arbeit und die Frage nach den tatsächlichen Folgen neuer Rollenbilder.

Keine Blumen, sondern Rechte! Diese Forderung stößt jährlich beim Weltfrauentag bei manchen Männern immer wieder auf Widerstand. Während wir Frauen auf die Straße gehen, um für unsere Rechte zu demonstrieren, mehr Gleichberechtigung und weniger Gewalt fordern, halten viele Männer an alten Rollenbildern fest und kritisieren Feminismus bei jeder Gelegenheit, ohne ihn wirklich zu verstehen.

Bewegen wir uns im Extremen, merken wir schnell: Da prallen ganze Welten aufeinander. Und trotzdem – oder vielleicht genau deshalb – dürfen wir nicht aufhören, miteinander zu sprechen. Nicht, um uns gegenseitig zu überzeugen, sondern um eine Form von Verständnis für die Vielfalt an Perspektiven zu entwickeln, die es in unserer komplexen Welt nun einmal gibt.

Manchmal entstehen solche Gespräche aber auch ganz zufällig. Wie mein Austausch mit dem Vätercoach Tomasz Pekala, der sich innerhalb weniger Minuten von einem ganz normalen Interview über eine gleichberechtigte Elternschaft und moderne Vaterfiguren zu einem Streitgespräch entwickelt hat. Denn seine Antworten haben mich nicht nur überrascht, sie haben mich ehrlich gesagt provoziert.

Er hat mit seiner Überzeugung einen Nerv getroffen, der mich kurz aus meiner journalistischen Rolle geholt hat. Dann war ich einfach ich, mit meiner Haltung und meinem Weltbild, eine Feministin, der Frauenrechte und ein selbstbestimmtes Leben am Herz liegen. Und kurz habe ich überlegt, das Interview abzubrechen. Aber ich habe mich für etwas entschieden, von dem ich überzeugt bin: Für ein Streitgespräch, bei dem zwei Perspektiven da sein dürfen.

Das Ergebnis dieses etwas anderen Austauschs ist also kein klassisches Interview, sondern ein Gespräch, das zeigt: Wir sind uns über vieles uneinig, aber in manchen Dingen wollen wir alle das Gleiche.

Leonie Zimmermann: Sie beraten vor allem Väter, Herr Pekala. Vor welchen Herausforderungen stehen Männer zwischen 30 und 45 Jahren heute?

Thomasz Pekala: Wenn ich mir die Männer anschaue, sehe ich vor allem eines: Überforderung. Früher war für Männer vieles klarer. Sie mussten performen, arbeiten und die Familie versorgen. Heute stehen sie vor deutlich mehr Anforderungen. Sie sollen erfolgreich sein, aber gleichzeitig emotional präsent als Vater, sensibel als Partner und überall verfügbar, wo sie gebraucht werden. Das heißt: Gefühlt müssen Männer heute auf viel mehr Bühnen gleichzeitig performen.

„Die Forschung zeigt, dass Partnerschaftsgewalt selten nur aus „Eskalation“ entsteht.“
Leonie Zimmermann

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Leonie Zimmermann

Chefredakteurin Digital

In Deutschland 1993 geboren und aufgewachsen, nach dem Journalistik-Studium, einer Selbstständigkeit und mehreren Stationen in deutschen Medienhäusern, darunter das RedaktionsNetzwerk Deutschland und das Wochenmagazin stern, seit März als Chefredakteurin digital für Welt der Frauen tätig. Faible für Psychologie, Reisen, Feminismus – und die digitale Welt.

[email protected]

Foto: Barbara Aichinger


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