Astronautin Christina Hammock Koch ist Teil der Artemis-2-Crew und damit die erste Frau in der Geschichte, die an einer Reise zum Mond teilnimmt. Ein Blick auf die Pionierin.
„… 3, 2, 1 – Ignition and liftoff!“ hallt es in der Nacht vom 1. auf den 2. April um 00:35 Uhr österreichischer Zeit durch die Livestreams, als die Triebwerke der Hauptträgerrakete des Space Launch Systems (SLS) am Kennedy Space Center in Florida zünden. Mit gewaltiger Kraft hebt sich die Rakete vom Boden ab, an deren Spitze die Raumkapsel Orion sitzt. Das Ziel der rund zehntägigen Mission ist es, den Mond zu umrunden und anschließend zur Erde zurückzukehren.
Es ist ein besonderer Moment in der Geschichte der Raumfahrt. Das liegt nicht nur daran, dass erstmals seit den Apollo-Missionen in den 1970er Jahren wieder Menschen zum Mond fliegen – oder in diesem Fall um ihn herum. Sondern auch, weil Christina Hammock Koch als erste Frau Teil einer solchen Mission ist. Dabei lässt sich der geschichtliche Kontrast zur letzten Mondreise nicht übersehen: Als Apollo 17 im Dezember 1972 abhob, durften Frauen in den USA vielerorts noch nicht einmal ohne die Zustimmung ihres Ehemannes eine eigene Kreditkarte beantragen.
Pionierin auf allen Ebenen
Es ist nicht der erste Eintrag in die Geschichtsbücher, den sich die 1979 geborene Amerikanerin sichert. Sie gehört zu den erfahrensten Raumfahrerinnen unserer Zeit. Die Ingenieurin hat an der North Carolina State University Physik (Bachelor) und Elektrotechnik (Bachelor und Master) studiert, wirkte an der Entwicklung zahlreicher Instrumente und der Durchführung verschiedenster Experimente mit und arbeitete dafür unter anderem in der Antarktis. Mit 328 Tagen ist sie außerdem die Frau mit dem längsten ununterbrochenen Weltraumaufenthalt (Platz neun im Gesamtranking). Ihre Zeit im All verbrachte sie jedoch nicht nur innerhalb der Internationalen Raumstation (ISS). Für 42 Stunden und 15 Minuten begab sie sich auch außerhalb der ISS und war Teil der ersten drei rein weiblichen Spacewalks.
Vorbildrolle
Und während Koch und ihre drei Kollegen Reid Wiseman, Victor Glover und Jeremy Hansen, sich bereits auf dem Rückweg zur Erde befinden – sie sollen am 12. April im Pazifik landen – steht fest: Nicht erst seit dieser Mission, aber einmal mehr, nimmt Koch, die seit 2020 auf der Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des Time Magazins steht, eine besondere Vorbildfunktion für Mädchen und junge Frauen ein – insbesondere in Wissenschaft und Forschung. Eine Rolle, der sie sich durchaus bewusst ist. In einem Interview betonte sie: „Ich hoffe wirklich, dass ich für sie ein Vorbild sein kann – so, wie meine eigenen Vorbilder es für mich waren. Ich möchte, dass sie mitnehmen, dass sie absolut alles erreichen können, was sie wollen.“
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