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Ball um Ball

Haben Sie die jüngste Schlagzeile über Serena Williams und Evgeniya Rodina gelesen?  „Kampf der Mamis“ (battle of moms), so der problematische Titel, der seit dem große Wellen in den sozialen Medien geschlagen hat. Nicht nur, dass wohl niemand vorab auf die Idee gekommen wäre ein Match von zwei Weltspielern, die zufällig Vater sind, „Kampf der Papis“ zu betiteln, nicht wahr? Es ist auch diese Art der Zuschreibung und das systematische Zuweisen des scheinbar einzigen Platzes in der Gesellschaft für Frauen, das von FeministInnen aller Generationen immer schon kritisiert wird. In einer Welt, in der ein Präsident mit frauenfeindlichen, menschenverachtenden und politisch unterirdischen Kommentaren und Aktionen in die Geschichte eingeht ist es vermutlich keine Überraschung, dass derartig rückschrittliche Perspektiven wieder auf dem Vormarsch sind. Es wundert auch nicht, dass dort wo Platzhirsche sich um den besten Platz am Goldtopf bekriegen wenig Platz ist für politische Grundsatzdiskussionen zu Frauen und deren Rolle in der Gesellschaft. Es zahlt sich dennoch aus immer, immer und immer wieder aufzustehen und mit scharfer Feder, Transparenten und politischer Einflussnahme aufzuzeigen und zu kritisieren, was kritisiert gehört.

 

Schon in meiner letzten Schwangerschaft fand ich es ganz furchtbar auf meine Schwangerschaft oder Mutterrolle reduziert zu werden. „Jetzt bist du ja eh lange weg vom Fenster“ oder „mit dir brauche ich jetzt wohl nicht mehr über Ausstellungen reden“. Ich empfand derartige Kommentare von KollegInnen und Bekannten als äußerst befremdlich und feindselig. Ich war und bin kein wandelnder Brutkasten! Ich bin stark, präsent und scharf im Denken wie eh und jeh und ich verbitte mir zukünftig jedewede Annahme von außen was gut für mich wäre, unaufgeforderte Tips, was denn für eine Schwangere oder Mutter angemessen wäre, und bitte darum das Spekulieren auf meine nächsten Jahre den Profis mit den Kristallkugeln zu überlassen. Susi ist nicht auf Pause!

Susi Nagele-Krautgartner

wurde 1982 geboren und lebt mit Mann und Sohn in München. Die promovierte Kunstpädagogin und Künstlerin realisiert Kunst- und Kunstvermittlungsprojekte verschiedener Sparten im In- und Ausland. Dafür wurde die gebürtige Innviertlerin bereits mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Themen wie Gleichstellung, Gender und deren lebenspraktische Umsetzung beschäftigen sie in all ihren Texten und Bildern. Der Blog ist die Fortsetzung von “Susis Babyzeit” (2014-2016). www.susikrautgartner.com