Ayurveda ist eine der ältesten Heilmethoden der Welt. Wie wirkt die Behandlung auf Körper und Seele? Ein Selbsttest vor Ort im indischen Kerala.
Wo um Himmels Willen sind wir hier nur gelandet? Nach mehr als zwei Wochen anstrengender Rundreise durch Ost- und Südindien hatten wir uns auf diese Ayurveda-Kur und auf so etwas wie „Wellness“ gefreut. Aber ist das ein Witz? Die Zimmer sind kahl, hoch, mit kaltem Fliesenboden ausgelegt. Neonröhren und ein kleines Funzellicht dienen als Beleuchtung. An der Decke surrt ein Ventilator. Wohl wahr, sauber ist alles, aber schon ziemlich abgegriffen und in die Jahre gekommen. Die Wände könnten einen frischen Anstrich gebrauchen, die Betten sind hart und mit einfachen Decken bezogen. Das Ganze wirkt wie eine Klosterzelle. Und dann der Ausblick: Man schaut in eine Kautschukplantage. Echt jetzt? Zwei Wochen lang mit diesem Ausblick?
Das „Mutterhaus“
Eine Freundin und Ayurveda-Kennerin hatte mir dringend geraten, genau hier zu buchen, in Rajah „Healthy Acres“. Die Rajah-Hospitals im indischen Kerala haben vier Standorte, „Rajah Beach“ und „Eco Beach“ liegen am Meer, „Rajah Island“ befindet sich in den Kerala Backwaters auf einer Insel – all das klingt verführerischer. Aber in der ältesten der Einrichtungen, dem „Mutterhaus“, sei die Behandlung sehr traditionell und die beste, hatte die Freundin versichert. Denn: Was nutzt ein Strand, eine Insel, wenn das Wesentliche – die Behandlung – zählt? Bald würde ich die Kautschukplantage wirklich lieben.
