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Geburt
11/12/25

Auf einen Augenblick: Geboren werden ins Licht

Auf einen Augenblick: Geboren werden ins Licht
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  • Veröffentlicht: 25.12.2025
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Jede Sekunde kommen vier Babys zur Welt. Jede Sekunde werden Frauen Mütter. Wie sieht es eigentlich mit Gott aus, hat Gott die Welt geboren wie eine riesige Mutter?

Schönes Bild: dass die Welt in Gottes Bauch gewachsen ist, etwa neun Trillionen Jahre, bevor sie geburtsreif – nicht fertig – war. Denn auch ein Kind ist ja nicht fertig, wenn es zur Welt kommt. Im Gegenteil, dann geht’s erst richtig los: jeden Tag etwas lernen. Greifen, Stehen, Gehen. Dass aus Ideen Taten werden können, dass Marienkäfer fliegen, Elefanten aber nicht, obwohl sie Ohren wie Fallschirme haben. Dass Gut und Böse zur Wahl stehen. Trompete spielen oder auf zwei Fingern pfeifen, Skateboardfahren oder Brustschwimmen. Es hört nie auf.

Geboren im Jetzt

Man könnte sagen: Wir werden jeden Morgen neu geboren, bis wir sterben. Zu sterben, ist ein unangenehmer Gedanke, der auf den ersten Blick weitmöglichst entfernt vom Geborenwerden liegt. Aber es könnte ja sein, dass zu sterben wieder eine Art Geborenwerden ist, hinein in eine andere Welt, eine Welt, die genauso unvorstellbar ist wie für ein Baby die Welt außerhalb des Bauches.Eine Welt, die uns nicht zu beschäftigen braucht, solange wir hier sind.

Denn soweit es bekannt ist, denkt auch kein Fötus darüber nach, was seine ersten Schritte sein sollen, wenn er das Licht der Welt erblickt. Ob das Kinderbettchen grün oder violett ist und ob es angenehm da draußen riecht. Für ein Baby ist alles jetzt. Irgendwann geht das verloren, zwischen Hockeystunden und Teammeetings gewöhnen Menschen sich ans Vorausplanen. Dann ist jetzt das Sprungbrett zu morgen. Immer sind wir schon einen Schritt weiter und wollen planen, was wird.

Zwischen Dunkelheit und Licht

Vielleicht ist Sterben eine Geburt in ein anderes Sein, das nichts mit dem Hiersein zu tun hat. Und wie jede Geburt ist auch Sterben ein Übergang, der nicht leicht ist: wieder ein Tunnel, wieder Dunkelheit und hinter der Dunkelheit Licht.

Niemand kann ungeborenen Babys sagen, wie es sein wird. Niemand kann Sterbenden sagen, wie es sein wird. Im besten Fall warten liebevolle Augen auf das neue Leben. Warten Hände, die es halten, warten Herzen, die es stillen, wartet Sehnsucht. Was, wenn es mit dem Sterben genauso wäre wie mit dem Leben: dass auf der anderen Seite bereits jemand wartet, uns zu empfangen?

MEIN WORT-SCHATZ:

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein undeutliches Bild. Einmal aber werden wir von Angesicht zu Angesicht sehen. Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke; doch einmal werde ich alles klar erkennen, so, wie Gott mich jetzt schon kennt. 1. Korinther 13, 12.

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